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The Elder Scrolls Online spaltet die Spielerschaft

Nachdem die Presse ab vergangenen Freitag über das MMORPG The Elder Scrolls Online berichten durfte, sind heftige Diskussionen um das Spiel entbrannt.

Die Diskussionen werden auch von den Spielern geführt, welche bereits ebenfalls die Gelegenheit hatten, einen Blick in das MMO zu werfen. Und obwohl sich zur Beta eingeladene Spieler eigentlich noch an eine NDA halten müssen, geben viele schon ihre Meinung zum Spiel kund. Was sich herauskristallisiert und was auch wir in unserem Vorschau-Bericht erwähnten ist, dass The Elder Scrolls Online anders ist. Wer ein typisches MMORPG erwartet, der wird sich sicher über einige der Features wundern. Zum einen die First-Person-Perspektive, welche man aber auch optional zu einer bekannteren Third-Person-Ansicht ändern kann. Das Interface ist minimalistisch aufgebaut, sogar der Chat verschwindet, wenn nichts geschrieben wird. Es gibt kaum Fenster oder Anzeigen, welche zusätzliche Informationen bieten. Über den Köpfen von NPCs und anderen Spielern werden keine Namen und Gildenzugehörigkeiten oder Fragezeichen für Quests eingeblendet und bei Kämpfen sieht man keine Zahlen, welche anzeigen, wie viel Schaden man verursacht. Dies alles erschafft einerseits eine deutlich dichtere Atmosphäre und zieht einen mehr in das Spiel rein, da man nicht durch irgendwelche Anzeigen abgelenkt wird. Andererseits sind Powergamer der Meinung, dass genau diese Anzeigen, Zahlen und Fenster zu einem MMORPG gehören, da man nur so effektiv spielen kann und schnell alle Informationen erhält, um das Maximum aus seinem Helden und dem Spiel zu holen.

Ein weiterer heiß diskutierter Punkt ist das Quest-System. The Elder Scrolls Online bietet so gut wie keine regulären Quests der Marke „Töte fünf Eichhörnchen und bringe mir zehn Zähne“. Die Missionen in ESO sind deutlich komplexer, erzählen eine Geschichte und erinnern im Aufbau an die Missionen aus den The Elder Scrolls-Single-Player-Titeln. Auch dies stößt Powergamern übel auf, da diese Art der Questsstruktur kein Powergaming ermöglicht. Zum einen müssen die Texte gelesen werden, zum anderen sind oft längere Laufwege nötig oder die Quest verzweigt sich, sodass es teilweise sehr lange dauert, bis man eine Mission abgeschlossen hat und die Belohnung erhält. Es ist also so gut wie unmöglich, Quests sehr schnell erledigen zu wollen, um so schnell wie möglich das maximale Level im Spiel erreichen zu können.

Hinzu kommt das Phasing im Spiel, was ein Gruppenspiel schwierig macht. Viele Quests im MMO ermöglichen Entscheidungen, welche sich auf den weiteren Spielverlauf und auch die Welt auswirken. Dies bedeutet, dass sich eine Festung für euch komplett ändern kann, inklusive der NPCs, von denen sogar manche verschwinden können. Allerdings nur für euch und für die Spieler, die sich in derselben Phase wie ihr befinden. Spieler, welch beispielsweise eine Mission noch nicht gemacht haben, die ihr aber schon erledigt habt, werden für euch nicht angezeigt, da dies sonst dazu führen könnte, dass sie mit für euch unsichtbaren NPCs sprechen würden. Daher sind generell immer nur vergleichsweise wenig Spieler in derselben Phase wie ihr und ihr seht daher nicht wie in anderen MMORPGs sehr viele Spieler herumrennen. Da gestaltet es sich etwas schwierig, eine Gruppe zu finden, von denen sich alle Spieler in derselben Phase befinden. Daher verleitet ESO eher dazu, solo zu spielen, was auch hervorragend klappt. Auch dies kritisieren Powergamer, da sich viele Quests durch das Phasing nicht wiederholen lassen und das Gruppenspiel deutlich schwerer fällt als in anderen MMOs.

So spaltet The Elder Scrolls Online derzeit die Gaming-Community. MMORPG-Fans hatten etwas komplett anderes erwartet. Sie wollten offenbar ein Spiel, das sich deutlich mehr an traditionellen MMO-Features orientiert. Doch ESO ist anders und dies könnte zu einem Problem werden, da das Spiel durch seine Andersartigkeit erst seine Zielgruppe finden muss.

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